Zeigt Ihr Grasland noch Lebenszeichen?
Nach Trockenperioden zeigt sich der tatsächliche Grünlandschaden oft erst nach den ersten Niederschlägen. Viele wertvolle Gräser können dank intakter Wurzeln und Vegetationsknospen wieder austreiben.

Istzustand prüfen / Mit System Vorgehen
- Futterlücken und Narbenschäden erfassen
- Grasnarbe nicht unnötig überweiden
- Regenerationsfähigkeit der Pflanzen erhalten
- Nachsaatbedarf frühzeitig beurteilen
Nach einer Dürre sollte die Restnarbe möglichst geschont werden. Eine sorgfältige Bestandesbeurteilung bildet die Grundlage für die richtige Entscheidung hinsichtlich Beweidung, Nachsaat und Bestandeserneuerung.
Boden bei Hitze und Trockenheit nicht öffnen
Nach längeren Trockenperioden sollte der Boden möglichst nicht mechanisch bearbeitet werden. Jede Bodenöffnung führt zu zusätzlichem Wasserverlust und belastet die ohnehin gestressten Pflanzenbestände.
Wichtig im Futterbau:
- Boden bei Hitze und Trockenheit nicht öffnen
- Keine intensive Bodenbearbeitung durchführen
- Restfeuchtigkeit im Boden erhalten
- Grasnarbe schonen und Regeneration fördern
- Nachsaat erst bei ausreichender Bodenfeuchte planen
Solange keine nachhaltigen Niederschläge gefallen sind,
sollte auf Striegeln, Fräsen oder andere tiefgreifende Bearbeitungsmaßnahmen verzichtet werden.
Erst bei ausreichend feuchten Bodenverhältnissen können Nachsaaten und Bestandesverbesserungen erfolgreich umgesetzt werden.

Grünland nach Trockenheit: Erst Bodendurchfeuchtung abwarten

Nach längeren Trockenperioden ist eine Nachsaat zur Stärkung des Gräserbestandes oft sinnvoll.
Bevor jedoch Striegel und Sämaschine eingesetzt werden...
- kurz überdenken, ob sowas überhaupt zielführend sein kann?
- Zurzeit, August 2026, immer noch täglich, Temperaturen von 30° und mehr erreicht werden?
- Ob es Sinnvoll ist, den Boden zu öffnen, der restliche Sonnenschutz, Erosionsschutz - alte verdorrte Bestände, Stoppeln - dienen als Sonnenschutz vor den intensiven UV-Strahlen
sollte der Boden ausreichend durchfeuchtet sein. Erst dann lässt sich der tatsächliche Zustand der Narbe zuverlässig beurteilen und die passenden Maßnahmen ableiten.

Wichtige Kontrollen:
- Jakobskreuzkraut
- Disteln
- Vogelknöterich
- Gemeine Quecke
- Gemeine Rispe
- Straussgras
- Borstenhirse
- Löwenzahn
- Blacken
Diese Arten überstehen Trockenphasen häufig besser als wertvolle Futtergräser und können sich stark ausbreiten.
Besonders wichtig ist eine Nachsaat mit konkurrenzstarkem Deutschem Weidelgras, um entstandene Lücken rasch zu schließen und unerwünschte Arten zu verdrängen.
Der Weidelgrasanteil sollte dabei an die Nutzungsintensität des Bestandes angepasst werden.
Wichtig: Keine Nachsaat erzwingen, wenn die Böden noch stark verhärtet
oder verkrustet sind.
Warten Sie auf ausreichende Feuchtigkeit. Nur unter guten Keimbedingungen
kann die Nachsaat erfolgreich auflaufen und den Bestand nachhaltig verbessern.
Eine gezielte Nachsaat nach dem ersten Regen sichert Ertrag und Futterqualität langfristig.
Aber - keine Saat
mit Gewalt - wenn die Böden durch die Dürre stark verhärtet, verkrustet und ausgetrocknet sind.
Warum treten Ungräser nach Trockenheit vermehrt auf?
Während einer Trockenphase leiden insbesondere ertragsstarke Futtergräser wie Englisches Raigras unter Wassermangel.
Die Pflanzen reduzieren ihr Wachstum, einzelne Triebe sterben ab und es entstehen Lücken in der Grasnarbe.
Nach den ersten ergiebigen Niederschlägen keimen dann zahlreiche Samen von Ungräsern und Unkräutern, die oft jahrelang im Boden vorhanden waren.
Gleichzeitig besitzen viele Ungräser eine hohe Anpassungsfähigkeit. Sie wachsen schneller an, sobald wieder Feuchtigkeit verfügbar ist, und besetzen offene Stellen oft schneller als die gewünschten Futterpflanzen.
Typische Problempflanzen
Gemeine / Einjährige Rispe
- Bildet eine dichte, flache Narbe.
- Liefert minderwertiges Futter.
- Verdrängt hochwertige Futtergräser.
- Nimmt besonders in lückigen Beständen zu.
- Keimt sehr rasch nach Niederschlägen.
- Geringe Futterqualität.
- Vermehrt sich stark über Samen.
Hirse-Arten
- Treten vor allem auf trockenen, warmen Standorten auf.
- Nutzen offene Bodenstellen besonders aggressiv.
Quecke
- Breitet sich über Rhizome aus.
- Erschwert die Bestandesführung.
- Kann erhebliche Ertragseinbussen verursachen.
Blacke
- Nach Trockenjahren oft verstärkt sichtbar.
- Senkt Futterqualität und Nutzungsflexibilität.
Wegerich-Arten
- Zeigen oft Bodenverdichtungen an.
- Können sich in geschwächten Beständen stark ausbreiten.
Löwenzahn
- Nutzt Lücken rasch aus.
- Kann bei Massenauftreten wertvolle Gräser verdrängen.
Hahnenfuss
- Eher auf kalkarmen Standorten mit wechselnder Trockenheit und Nässe.
Was diese Pflanzen gemeinsam haben
Sie nutzen:
- Lücken in der Grasnarbe, geschwächte Futtergräser
- Bodenverdichtungen
- Nährstoffungleichgewichte
- Trockenstress
Deshalb ist die beste Bekämpfung nicht das Ungras selbst, sondern das schnelle Schließen der Lücken durch Nachsaat und die Förderung eines dichten, konkurrenzstarken Bestandes mit trockenheitsverträglichen Futtergräsern wie Knaulgras, Wiesenschwingel, Rohrschwingel oder Luzerne.
Warum gerade wertvolle Futtergräser geschwächt werden
Viele leistungsfähige Futtergräser besitzen zwar hohe Erträge, reagieren jedoch empfindlicher auf Trockenstress als beispielsweise Knaulgras oder Rohrschwingel. Werden sie geschwächt, verlieren sie ihre Konkurrenzkraft gegenüber Ungräsern.
Besonders gefährdet
- intensiv genutzte Kunstwiesen
- uebernutzte Weiden, tiefer Verbiss unter 4 bis 5 cm
- häufig geschnittene Bestände
- flachgründige Böden
- Standorte mit geringer Kaliumversorgung
Nachsaat: Die richtige Technik entscheidet
Direktsaat im Grünland
Ziel: Nachsaat oder Neuansaat von Gräsern und Kräutern, ohne den Boden zu öffnen
1. Einfache Übersaat
- Striegeln und Saat in einem Arbeitsgang
- Geeignet für regelmäßige Nachsaaten
- Weniger geeignet für Bestandssanierungen oder schnelle Erneuerungen
2. Zweistufige Nachsaat
- Intensive Bearbeitung der Grasnarbe mit dem Grünlandstriegel
- Grasfilz und abgestorbene Pflanzenteile entfernen
- Schafft Platz für die Nachsaat
- Anschließend Saat in Breitsaat oder Schlitzsaat
- Schlitzsaat verbessert Saatgutablage und Auflauferfolg
3. Neuanlage
- Letzte Option bei stark geschädigten Beständen
- Umbruchslose Grünlanderneuerung mit Umkehrfräse möglich
- Standort und Förderauflagen beachten
- Besonders Hanglagen und trockene Standorte kritisch prüfen
Direktsaat im Grünland
Ziel: Nachsaat oder Neuansaat von Gräsern und Kräutern, ohne den Boden umzupflügen.
Bestand öffnen
- Scheiben oder Schare schneiden die Grasnarbe auf.
- Es entsteht ein schmaler Saatschlitz.
Saatgut ablegen
- Das Saatgut wird präzise in den Schlitz dosiert.
- Gleichmässige Verteilung über die gesamte Arbeitsbreite.
Bodenschluss herstellen
- Andrückrollen oder Striegel drücken das Saatgut an.
- Gute Keimbedingungen durch engen Kontakt mit dem Boden.
Vorteile der Direktsaat
- Keine Bodenbearbeitung erforderlich
- Bestehende Grasnarbe bleibt erhalten
- Weniger Erosion und Austrocknung
- Geringere Arbeits- und Treibstoffkosten
- Schnelle Bestandesverbesserung
- Ideal für Nachsaaten nach Trockenheit
Einsatz im Grünland
Lückige Bestände verbessern, Ertrag steigern, Hochwertige Gräser und Kräuter etablieren
Narbendichte erhöhen, Unkräuter zurückdrängen
Merksatz:
Die Direktsaatmaschine bringt das Saatgut direkt in die bestehende Grasnarbe und sorgt für optimalen Bodenschluss bei minimaler Bodenstörung.
Saatgut-Mischungen - wenn rasch Futter benötigt wird
Grundfutterproduktion für den Winter 2026/27 nach den Trockenen-Monaten
Die Bodenstruktur ist nach einer Dürre oft der entscheidende Faktor für den Auflauferfolg. Selbst bei ausreichend Regen keimen Samen schlecht, wenn der Boden verdichtet, verschlämmt oder grobschollig ist.
Gute Bodenstruktur fördert
- Gleichmässigen Bodenschluss des Samens
- Kapillaren Wasseraufstieg zum Saatkorn
- Sauerstoffversorgung der Keimlinge
- Schnelle Wurzelentwicklung
- Gleichmässiges Auflaufen des Bestandes
Direktsaat kann nach einer Dürre sehr sinnvoll sein
Wenn durch die Trockenheit bereits 30 bis 50 % offene Bodenstellen entstanden sind, ist die Direktsaat oft erfolgreicher als eine intensive Bodenbearbeitung. Jede Bearbeitung kostet Feuchtigkeit, und genau diese Feuchtigkeit wird für die Keimung benötigt.
Direktsaat
- Pflanzenreste beschatten den Boden - wie kleine Sonnenschirme
- Kein Pulver - entsteht bei Bodenbearbeitung, Pulver kann die Poren verschliessen nach Niederschlag
- Erosionsschutz für die kommende Zeit..
- Weniger Verdunstung.
- Mehr Feuchtigkeit im Oberboden - Keim-Feuchtigkeit
- Bodentemperatur oft 2 bis 5 °C tiefer.
Bodentemperatur im Winter
- Boden kühlt langsamer aus.
- Geringere Temperaturschwankungen.
- Besserer Schutz vor Frostwechseln.
- Mehr Schnee bleibt liegen und isoliert zusätzlich.
Nach Trocken-Zeiten zeigen Direktsaatflächen oft:
- bessere Überwinterung,
- höhere Frühjahrsbestände,
- weniger offene Stellen,
- stabilere Erträge im ersten Schnitt.
Im Winter wirkt Direktsaat wie eine natürliche Isolationsschicht. Die Bodentemperaturen sind ausgeglichener, Frostschäden werden reduziert und die Winterfutterbestände starten meist mit einem dichteren Bestand ins Frühjahr.
GreenStar Futtermischungen
| Mischung | Zusammensetzung | Nutzung | Stärken | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| AF1 Tetra | Tetraploide Weidelgräsermischung | 1 bis 2 Jahre Ackerfutter, Wechselwiese | Sehr schnelle Keimung, hohe Schmackhaftigkeit, hohe Verdaulichkeit, sehr hohe Trockenmasseerträge | Intensive Schnittnutzung, schnelle Futterproduktion nach Getreide |
| Triathlon | Welsches Weidelgras, Sommerwicke, Inkarnatklee | Zwischenfrucht, Winterzwischenfrucht, Futtergewinnung | Hoher Proteingehalt, starke Stickstoffbindung, Humusaufbau, trockenheitsverträglich, winterhart | Stoppelsaat, Bodenaufbau, Eiweißfutter, GLÖZ-8-Flächen |
| AF3 | Bastardweidelgras und Deutsches Weidelgras | 2 bis 3 Hauptnutzungsjahre | Sehr hohe Trockenmasseerträge, schnelle Massebildung, hohe Winterfestigkeit, starke Konkurrenzkraft | Intensive Milch- und Fleischproduktion |
| AF3 Prota | AF3 mit erhöhtem Kleeanteil | 2 bis 3 Hauptnutzungsjahre | Mehr Rohprotein, geringerer N-Düngerbedarf, hoher Vorfruchtwert, hohe Erträge | Eiweißreiche Grundfutterproduktion, Betriebe mit reduziertem Stickstoffeinsatz |
| Teff-Gras | Teffgras (Sommergras) | Mehrschnittige Sommerkultur | Extrem trockenheitsverträglich, schnelle Jugendentwicklung, hohe Futterqualität | Überbrückung von Sommertrockenheit, Notfutterflächen |
| Kleegras | Gräser plus Weissklee | 2 bis 4 Jahre | Hohe Eiweißerträge, Stickstofffixierung, gute Bodengesundheit, hohe Schmackhaftigkeit | Biobetriebe, Futterbaubetriebe, Fruchtfolgen mit hohem |
Samen-Steffen Futterbaumischungen
| Mischung | Nutzung | Stärken | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 1001 Plus | 1- bis 2-jährig | Höchste Erträge, schnelle Etablierung, intensive Nutzung | Gute bis mittlere Standorte, Silage und Heu |
| 1003 Plus | 1- bis 2-jährig | Sehr hohe Futterqualität, hoher Raygrasanteil | Intensive Milchviehbetriebe |
| 2001 Plus | 2- bis 3-jährig | Viel Rotklee, spart Stickstoff, trockenheitstoleranter | extensivere Düngung |
| 2003 Plus | 2- bis 3-jährig | Ausgewogene Mischung, sichere Erträge | Mittlere bis trockene Standorte |
| Turbo Wintergrün | Zwischenfutter, Herbst- und Frühjahrsnutzung | Extrem schneller Aufwuchs, viel Futter im Herbst und Frühling | Futterlücken nach Mais oder Getreide schliessen |
| Winter Kleegrün | Überjähriges Zwischenfutter | Hoher Eiweissgehalt, Klee liefert Stickstoff, gute Bodenbedeckung | Bio-Betriebe, Futterbau mit geringem N-Einsatz |
Samen Steffen Bio Futterbaumischungen
| Mischung | Nutzung | Stärken | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Steffen Bio 1006 | 1-jähriges Zwischenfutter | Sehr schneller Aufwuchs, hohe Futtererträge, gute N-Nachlieferung durch Kleeanteil | Futterlücken, Ackerfutterbau, Silage und Grünfütterung |
| Steffen Bio 2000 | 2-jährige Kleegras-Mischung | Hohe Erträge, vielseitige Nutzung, ausgewogenes Verhältnis von Gräsern und Klee | Intensiver Futterbau auf guten Standorten |
| Steffen Bio 2001 Plus | 2-jährige Kleegras-Mischung | Besonders hoher Kleeanteil, starke Stickstoffbindung, sehr hohe Eiweisserträge | Milchviehbetriebe, Biobetriebe, eiweissreiche Futterproduktion |
| Steffen Bio 2004 | 2-jährige Kleegras-Mischung | Gute Ausdauer, sichere Erträge, robust gegenüber wechselnden Bedingungen | Mittelgute bis anspruchsvollere Standorte, vielseitige Nutzung |

