Grünland nach Trockenheit: Erst Bodendurchfeuchtung abwarten

Nach längeren Trockenperioden ist eine Nachsaat zur Stärkung des Gräserbestandes oft sinnvoll. 

Bevor jedoch Striegel und Sämaschine eingesetzt werden...

  • kurz überdenken, ob sowas überhaupt zielführend sein kann? 
  • Zurzeit, August 2026, immer noch täglich, Temperaturen von 30° und mehr erreicht werden?
  • Ob es Sinnvoll ist, den Boden zu öffnen, der restliche Sonnenschutz, Erosionsschutz - alte verdorrte Bestände, Stoppeln - dienen als Sonnenschutz vor den intensiven UV-Strahlen


sollte der Boden ausreichend durchfeuchtet sein. Erst dann lässt sich der tatsächliche Zustand der Narbe zuverlässig beurteilen und die passenden Maßnahmen ableiten.



Wichtige Kontrollen:

  • Jakobskreuzkraut
  • Disteln
  • Vogelknöterich
  • Gemeine Quecke
  • Gemeine Rispe
  • Straussgras
  • Borstenhirse
  • Löwenzahn
  • Blacken


Diese Arten überstehen Trockenphasen häufig besser als wertvolle Futtergräser und können sich stark ausbreiten.



Besonders wichtig ist eine Nachsaat mit konkurrenzstarkem Deutschem Weidelgras, um entstandene Lücken rasch zu schließen und  unerwünschte Arten zu verdrängen. 
Der Weidelgrasanteil sollte dabei an die Nutzungsintensität des Bestandes angepasst werden.


Wichtig: Keine Nachsaat erzwingen, wenn die Böden noch stark verhärtet 

oder verkrustet sind. 

Warten Sie auf ausreichende Feuchtigkeit. Nur unter guten Keimbedingungen 

kann die Nachsaat erfolgreich auflaufen und den Bestand nachhaltig verbessern.


Eine gezielte Nachsaat nach dem ersten Regen sichert Ertrag und Futterqualität langfristig.


Aber - keine Saat

mit Gewalt - wenn die Böden durch die Dürre stark verhärtet, verkrustet und ausgetrocknet sind.

Warum treten Ungräser nach Trockenheit vermehrt auf?

Während einer Trockenphase leiden insbesondere ertragsstarke Futtergräser wie Englisches Raigras unter Wassermangel. 

Die Pflanzen reduzieren ihr Wachstum, einzelne Triebe sterben ab und es entstehen Lücken in der Grasnarbe. 


Nach den ersten ergiebigen Niederschlägen keimen dann zahlreiche Samen von Ungräsern und Unkräutern, die oft jahrelang im Boden vorhanden waren.


Gleichzeitig besitzen viele Ungräser eine hohe Anpassungsfähigkeit. Sie wachsen schneller an, sobald wieder Feuchtigkeit verfügbar ist, und besetzen offene Stellen oft schneller als die gewünschten Futterpflanzen.


Typische Problempflanzen

Gemeine / Einjährige Rispe 

  • Bildet eine dichte, flache Narbe.
  • Liefert minderwertiges Futter.
  • Verdrängt hochwertige Futtergräser.
  • Nimmt besonders in lückigen Beständen zu.
  • Keimt sehr rasch nach Niederschlägen.
  • Geringe Futterqualität.
  • Vermehrt sich stark über Samen.

Hirse-Arten

  • Treten vor allem auf trockenen, warmen Standorten auf.
  • Nutzen offene Bodenstellen besonders aggressiv.

Quecke

  • Breitet sich über Rhizome aus.
  • Erschwert die Bestandesführung.
  • Kann erhebliche Ertragseinbussen verursachen.

Blacke

  • Nach Trockenjahren oft verstärkt sichtbar.
  • Senkt Futterqualität und Nutzungsflexibilität.

Wegerich-Arten

  • Zeigen oft Bodenverdichtungen an.
  • Können sich in geschwächten Beständen stark ausbreiten.

Löwenzahn

  • Nutzt Lücken rasch aus.
  • Kann bei Massenauftreten wertvolle Gräser verdrängen.

Hahnenfuss

  • Eher auf kalkarmen Standorten mit wechselnder Trockenheit und Nässe.


Was diese Pflanzen gemeinsam haben

Sie nutzen:

  • Lücken in der Grasnarbe, geschwächte Futtergräser
  • Bodenverdichtungen
  • Nährstoffungleichgewichte
  • Trockenstress


Deshalb ist die beste Bekämpfung nicht das Ungras selbst, sondern das schnelle Schließen der Lücken durch Nachsaat und die Förderung eines dichten, konkurrenzstarken Bestandes mit trockenheitsverträglichen Futtergräsern wie Knaulgras, Wiesenschwingel, Rohrschwingel oder Luzerne.


Warum gerade wertvolle Futtergräser geschwächt werden

Viele leistungsfähige Futtergräser besitzen zwar hohe Erträge, reagieren jedoch empfindlicher auf Trockenstress als beispielsweise Knaulgras oder Rohrschwingel. Werden sie geschwächt, verlieren sie ihre Konkurrenzkraft gegenüber Ungräsern.


Besonders gefährdet

  • intensiv genutzte Kunstwiesen
  • uebernutzte Weiden, tiefer Verbiss unter 4 bis 5 cm
  • häufig geschnittene Bestände
  • flachgründige Böden
  • Standorte mit geringer Kaliumversorgung

Nachsaat: Die richtige Technik entscheidet

Direktsaat im Grünland

Ziel: Nachsaat oder Neuansaat von Gräsern und Kräutern, ohne den Boden zu öffnen

1. Einfache Übersaat

  • Striegeln und Saat in einem Arbeitsgang
  • Geeignet für regelmäßige Nachsaaten
  • Weniger geeignet für Bestandssanierungen oder schnelle Erneuerungen

2. Zweistufige Nachsaat

  • Intensive Bearbeitung der Grasnarbe mit dem Grünlandstriegel
  • Grasfilz und abgestorbene Pflanzenteile entfernen
  • Schafft Platz für die Nachsaat
  • Anschließend Saat in Breitsaat oder Schlitzsaat
  • Schlitzsaat verbessert Saatgutablage und Auflauferfolg

3. Neuanlage

  • Letzte Option bei stark geschädigten Beständen
  • Umbruchslose Grünlanderneuerung mit Umkehrfräse möglich
  • Standort und Förderauflagen beachten
  • Besonders Hanglagen und trockene Standorte kritisch prüfen


Direktsaat im Grünland

Ziel: Nachsaat oder Neuansaat von Gräsern und Kräutern, ohne den Boden umzupflügen.

Bestand öffnen

  • Scheiben oder Schare schneiden die Grasnarbe auf.
  • Es entsteht ein schmaler Saatschlitz.

Saatgut ablegen

  • Das Saatgut wird präzise in den Schlitz dosiert.
  • Gleichmässige Verteilung über die gesamte Arbeitsbreite.

Bodenschluss herstellen

  • Andrückrollen oder Striegel drücken das Saatgut an.
  • Gute Keimbedingungen durch engen Kontakt mit dem Boden.

Vorteile der Direktsaat

  • Keine Bodenbearbeitung erforderlich 
  • Bestehende Grasnarbe bleibt erhalten
  • Weniger Erosion und Austrocknung
  • Geringere Arbeits- und Treibstoffkosten
  • Schnelle Bestandesverbesserung
  • Ideal für Nachsaaten nach Trockenheit

Einsatz im Grünland

Lückige Bestände verbessern, Ertrag steigern, Hochwertige Gräser und Kräuter etablieren

Narbendichte erhöhen, Unkräuter zurückdrängen


Merksatz:
Die Direktsaatmaschine bringt das Saatgut direkt in die bestehende Grasnarbe und sorgt für optimalen Bodenschluss bei minimaler Bodenstörung.