Unterboden-Management
Unterboden-Management kann die Ernteerträge deutlich steigern,
insbesondere auf verdichteten Standorten sowie in Trocken- oder Starkregenjahren.
Tiefere Durchwurzelung
- Pflanzen erschließen mehr Wasser und Nährstoffe.
- Bessere Versorgung in Trockenperioden.
Höhere Wasserspeicherung
- Mehr pflanzenverfügbares Wasser im Bodenprofil.
- Geringere Ertragseinbußen bei Trockenstress.
Verbesserte Nährstoffeffizienz
- Nährstoffe werden aus tieferen Bodenschichten aufgenommen.
- Weniger Verluste durch Auswaschung.
Mehr Sauerstoff im Wurzelraum
- Weniger Wachstumshemmungen durch Verdichtungen.
- Stärkere Wurzeln und höhere Pflanzenvitalität.
Bessere Infiltration bei Starkregen
- Weniger Oberflächenabfluss und Erosion.
- Höhere Ausnutzung der Niederschläge.
Typische Ertragseffekte
- Auf gut strukturierten Böden: meist Ertragsstabilisierung
- Auf verdichteten Böden: häufig 5 bis 20 % Mehrertrag
- In Trockenjahren: teilweise noch höhere Vorteile durch bessere Wasserversorgung
Unterboden-Management erhöht nicht immer sofort den Spitzenertrag, verbessert aber die Ertragssicherheit nachhaltig.
Besonders in Jahren mit Trockenheit oder extremen Wetterereignissen profitieren Kulturen von einem tiefgründigen, gut durchwurzelbaren Unterboden.

Wie beeinflusst der Unterboden die Wasserspeicherung?
Unterboden-Management umfasst alle Maßnahmen zur Verbesserung und Erhaltung des Bodens unterhalb der Ackerkrume (ca. 30 cm+). Ziel ist es, die Durchwurzelung, Wasseraufnahme, Nährstoffspeicherung und Bodenstruktur nachhaltig zu fördern.
Wasserspeicherfunktion des Unterbodens
- Großes Speichervolumen durch die größere Bodentiefe
- Wasser wird in den Poren des Bodens gespeichert
- Tiefwurzelnde Pflanzen können auf diese Reserven zugreifen
- Versorgung der Pflanzen auch über längere Trockenphasen
Ein lockerer, gut durchwurzelbarer Unterboden bietet:
- Mehr Grob- und Feinporen (Bioporen)
- Bessere Versickerung von Niederschlägen
- Höhere nutzbare Feldkapazität
- Weniger Oberflächenabfluss
- Weniger Trockenstress
Verdichtungen führen zu:
- Eingeschränktem Wurzelwachstum
- Geringerer Wasseraufnahme
- Staunässe bei Starkregen
- Schlechter Durchlüftung
- Höherem Trockenstress im Sommer
Bedeutung für den Ertrag
Je tiefer und besser ein Boden durchwurzelbar ist, desto größer ist der nutzbare Wasservorrat. Bereits zusätzliche 10 cm durchwurzelbarer Boden können den Pflanzen mehrere Millimeter bis Zentimeter zusätzliche Wasserreserven bereitstellen und so die Trockenheitsresistenz sowie die Ertragssicherheit deutlich verbessern.
Der Unterboden ist der wichtigste Wasserspeicher des Bodens.
Während der Oberboden Niederschläge schnell aufnimmt, speichert der Unterboden große Wassermengen und stellt sie den Pflanzen bei Trockenheit zur Verfügung.
Maßnahmen zur Verbesserung und Erhaltung
Unterboden-Management umfasst alle Maßnahmen zur Verbesserung und Erhaltung des Bodens unterhalb der Ackerkrume (ca. 30 cm+). Ziel ist es, die Durchwurzelung, Wasseraufnahme, Nährstoffspeicherung und Bodenstruktur nachhaltig zu fördern.
Wichtige Maßnahmen:
- Bodenverdichtungen vermeiden
- Tiefwurzelnde Pflanzen einsetzen (z. B. Luzerne, Chicorée, Ölrettich)
- Humusaufbau fördern
- Organische Dünger und Huminstoffe nutzen
- Ausgewogene Kalk- und Nährstoffversorgung sicherstellen
- Einsatz von Leonardit, flüssig und feste Formen
- Den Boden immer bedeckt halten, Untersaaten, Gründünungen, aktive Kultur
- Befahrung bei nassen Bedingungen vermeiden
- Regenwürmer und Bodenleben fördern
Vorteile:
- Bessere Wasserspeicherung
- Höhere Trockenheitsresistenz
- Tiefere Durchwurzelung
- Effizientere Nährstoffaufnahme
- Stabilere Erträge
- Verbesserte Bodenstruktur
Unterboden-Management schafft einen tiefgründigen, durchwurzelbaren
und leistungsfähigen Boden für gesunde Pflanzenbestände und stabile Erträge.

Welche Rolle spielt die Porengröße im Boden?
Porengröße entscheidet darüber, wie gut ein Boden Wasser, Luft und Nährstoffe speichern und transportieren kann.
Für einen leistungsfähigen Unterboden ist eine ausgewogene Mischung verschiedener Porengrößen entscheidend.
Grobporen (> 50 µm)
Funktion:
- Schnelle Wasserinfiltration
- Drainage von Überschusswasser
- Gute Durchlüftung des Bodens
Zu wenig Grobporen:
- Staunässe
- Sauerstoffmangel
- Schlechte Wurzelentwicklung
Mittelporen (0,2 bis 50 µm)
Funktion:
- Speichern pflanzenverfügbares Wasser
- Wichtigster Wasservorrat für Kulturpflanzen
Optimaler Anteil:
- Hohe Wasserverfügbarkeit
- Gute Ertragsstabilität bei Trockenheit
Feinporen (< 0,2 µm)
Funktion:
- Speichern Wasser sehr fest
- Wasser ist für Pflanzen kaum verfügbar
Zu viele Feinporen:
- Verdichteter Boden
- Schlechte Durchlüftung
- Langsame Erwärmung
Bedeutung für das Unterboden-Management
Gute Bodenstruktur = Mischung aus Grob-, Mittel- und Feinporen
- Grobporen → Luft und Wassertransport
- Mittelporen → Wasserspeicher
- Feinporen → Wasservorrat für Trockenzeiten
Einfluss auf den Ertrag
Ein Unterboden mit vielen Mittelporen und ausreichend Grobporen:
- Speichert mehr pflanzenverfügbares Wasser
- Fördert tiefes Wurzelwachstum
- Verbessert die Nährstoffaufnahme
- Erhöht die Trockenheitsresistenz
- Stabilisiert Erträge
Nicht die Gesamtmenge der Poren ist entscheidend, sondern die richtige Verteilung der Porengrößen.
Mittelporen liefern das nutzbare Wasser, Grobporen sorgen für Luft und Wasserbewegung,
gemeinsam ermöglichen sie hohe und stabile Erträge.

Humus ist der "Architekt" der Bodenstruktur.
Humus ist einer der wichtigsten Faktoren für eine stabile und funktionierende Porenstruktur. Er wirkt als natürlicher Bodenverbesserer und fördert die Bildung von Bodenaggregaten.
Bildung stabiler Bodenkrümel, Humus verbindet Bodenpartikel zu stabilen Krümeln und Aggregaten.
- Mehr stabile Grobporen
- Mehr pflanzenverfügbares Wasser in Mittelporen
- Bessere Durchlüftung
- Geringere Verschlämmung
Humus kann große Mengen Wasser speichern und gleichzeitig die Poren offen halten.
- Höhere nutzbare Feldkapazität
- Bessere Wasserversorgung bei Trockenheit
- Schnellere Wasseraufnahme nach Niederschlägen
Förderung des Bodenlebens, Humus liefert Nahrung für:
- Regenwürmer
- Pilze
- Bakterien
Entstehen zusätzliche Bioporen, die
- Wasser in tiefere Schichten leiten
- Wurzeln als natürliche Kanäle dienen
- den Unterboden lockern
Schutz vor Verdichtung, Humusreiche Böden
- sind belastbarer
- federn Befahrungsdruck besser ab
- besitzen mehr stabile Poren
Bleiben Wasser- und Luftwege länger erhalten, Nutzen für den Unterboden
Mehr Humus führt zu
- besserer Durchwurzelung
- höherer Wasserspeicherung
- besserer Nährstoffnutzung
- mehr biologischer Aktivität
- höherer Ertragssicherheit
Humus ist der "Architekt" der Bodenstruktur.
Er schafft und stabilisiert Grob-, Mittel- und Feinporen, verbessert die Wasserspeicherung
und fördert ein tiefes, gesundes Wurzelwachstum.
Dadurch wird der Unterboden leistungsfähiger und widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Verdichtung.
Bioporen als Zugang in den Unterboden
Der Unterboden besitzt im Gegensatz zum regelmäßig bearbeiteten Oberboden eine natürlich gewachsene, vielfältige Struktur.
Besonders wichtig sind vertikale Bioporen, die durch Bodenorganismen und Wurzeln entstehen, über 1 m tief reichen können und Wasser, Luft sowie Wurzeln den Zugang zu tieferen Bodenschichten ermöglichen.
Entstehung von Bioporen
- Pfahlwurzelpflanzen wie Luzerne, Raps durchdringen verdichtete Bodenschichten.
- Nach dem Absterben der Wurzel bleibt ein Hohlraum (Biopore) zurück.
- Tiefgrabende Regenwürmer, schaffen neue Bioporen oder nutzen bestehende.
- Regenwürmer erweitern die Poren und stabilisieren deren Wände mit ihren Exkrementen.
- Bioporen verbessern Wasserinfiltration, Durchwurzelung, Belüftung und Bodenleben.
Bioporen verbessern die Bodenbelüftung, fördern die Wasserversickerung und reduzieren Erosion. Sie sind Hotspots der mikrobiellen Aktivität und erleichtern Pflanzenwurzeln das Eindringen in tiefere Bodenschichten. Dadurch können Wasser- und Nährstoffreserven im Unterboden, besonders in Trockenperioden, besser genutzt werden.

Bioporen fördern Wurzelwachstum und Ertragsstabilität.
Bioporen fördern die Nutzung tiefer Bodenschichten und verbessern die Aufnahme von Wasser, Stickstoff und Phosphor. Dadurch können Erträge, insbesondere in trockenen Jahren, deutlich gesteigert werden. Mit zunehmenden Trockenphasen gewinnen Bioporen für die Landwirtschaft weiter an Bedeutung.

Unterböden nutzbar machen – aber wie?
Der Unterboden enthält oft große Mengen an Wasser, Nährstoffen und Wurzelraum.
Damit Pflanzen diese Ressourcen nutzen können, müssen Verdichtungen, Staunässe und Wurzelhemmnisse minimiert werden.
Maßnahmen zur besseren Unterbodennutzung
Tiefwurzelnde Pflanzen einsetzen
- Luzerne
- Rotklee
- Chicorée
- Ölrettich
- Sonnenblumen
➡ Durchbrechen verdichtete Schichten und erschließen tiefere Bodenzonen.
Humusaufbau fördern
- Organische Dünger
- Kompost
- Huminstoffe
- Zwischenfrüchte
➡ Verbessert Bodenstruktur, Wasserspeicherung und Durchwurzelbarkeit.
Bodenverdichtungen vermeiden
- Befahrung nur bei tragfähigen Bedingungen
- Reifendruckregelanlagen
- Breitreifen oder Raupenfahrwerke
➡ Erhält Poren und Luftaustausch im Unterboden.
Ausgewogene Nährstoffversorgung
- Kalk für stabile Bodenstruktur
- Kalium für Wasserhaushalt
- Phosphor für Wurzelentwicklung
- Huminstoffe, Leonardit, Powhumus WSG 85, Liqhumus Liquid 18%
- Spurenelemente nach Bedarf
➡ Fördert tiefes und kräftiges Wurzelwachstum.
Vorteile eines nutzbaren Unterbodens
- Höhere Trockenheitstoleranz
- Bessere Nährstoffausnutzung
- Stabilere Erträge
- Mehr Wasserreserven
- Geringere Erosionsanfälligkeit
- Gesündere Pflanzenbestände
Tiefenlockerung gezielt einsetzen
- Nur bei tatsächlichen Verdichtungen
- Möglichst bei trockenen Bedingungen
- Anschließend Begrünung mit Tiefwurzlern
➡ Schafft neue Wurzelkanäle.
Der Schlüssel liegt in einer guten Bodenstruktur, der Vermeidung von Verdichtungen und dem Einsatz tiefwurzelnder Kulturen, damit Pflanzen den Unterboden als Wasser- und Nährstoffspeicher erschließen können.