Was bedeutet regenerative Landwirtschaft?

"Dünge zuerst den Boden, dann die Kulturen"

Gesunde Pflanzen beginnen nicht beim Düngerstreuer, Pflanzenschutz, sondern im Boden.

Genau hier setzt die regenerative Landwirtschaft an. Sie betrachtet den Boden nicht einfach als Untergrund, der Pflanzen trägt und mit Nährstoffen versorgt werden muss. 

Der Boden wird als lebendiges System verstanden, das gepflegt, aufgebaut und langfristig fruchtbar gehalten werden soll.

"Dünge zuerst den Boden, dann die Kulturen"


Damit ist nicht gemeint, dass Kulturpflanzen keine gezielte Nährstoffversorgung mehr benötigen. Vielmehr geht es darum, zuerst die Voraussetzungen zu schaffen, damit Pflanzen Wasser und vorhandene sowie zugeführte Nährstoffe möglichst gut nutzen können.

Regenerative Landwirtschaft denkt vom Boden aus

Ein fruchtbarer Boden besteht nicht nur aus mineralischen Bestandteilen. Organische Substanz, Humus, Pflanzenwurzeln und unzählige Bodenorganismen bilden gemeinsam ein komplexes System.

Entscheidend

  • eine stabile Bodenstruktur
  • gute Durchwurzelbarkeit
  • aktives Bodenleben
  • ausreichende organische Substanz
  • gute Wasseraufnahme und Wasserspeicherung
  • funktionierende Nährstoffkreisläufe
  • möglichst geringe Bodenverdichtung und Erosion


Ein Boden in gutem Zustand bietet der Kultur damit eine wesentlich bessere Grundlage.

Den Boden möglichst wenig unbedeckt lassen

Ein wichtiges Prinzip der regenerativen Landwirtschaft ist die Bodenbedeckung.

Zwischenfrüchte, Untersaaten, Ernterückstände und vielfältige Pflanzenbestände schützen die Bodenoberfläche. Gleichzeitig liefern lebende Pflanzen über ihre Wurzeln Nahrung für das Bodenleben.

Deshalb lautet ein weiteres wichtiges Prinzip:


Wo immer möglich: aktive Wurzel, immer Grün, keine Brache


Vielfalt statt Einseitigkeit

Regenerative Landwirtschaft setzt ausserdem auf möglichst vielfältige Fruchtfolgen und Pflanzenbestände.

Unterschiedliche Pflanzen besitzen unterschiedliche Wurzelsysteme und erschliessen verschiedene Bereiche des Bodens. Zwischenfruchtmischungen, Leguminosen und Untersaaten können deshalb wertvolle Bestandteile eines solchen Systems sein.


Das Ziel ist nicht maximale Vielfalt um jeden Preis,

sondern eine für den Betrieb, Standort und Fruchtfolge 

sinnvolle Vielfalt.


Humus und organische Substanz fördern

Organische Substanz spielt für die Bodenfruchtbarkeit eine zentrale Rolle.

Ernterückstände, Zwischenfrüchte, Mist, Kompost und andere organische Materialien können dazu beitragen, Kohlenstoff in den betrieblichen Kreislauf zurückzuführen und das Bodenleben mit Nahrung zu versorgen.

Dabei ist Humusaufbau kein kurzfristiges Projekt. Entscheidend ist das Zusammenspiel von 


Standort, Fruchtfolge, Bewirtschaftung, Bodenbearbeitung und organischer Substanz.


Hofdünger als Teil des Kreislaufs

Gerade auf Betrieben mit Tierhaltung besitzen Mist und Gülle einen hohen Stellenwert.

Regeneratives Denken bedeutet deshalb auch, Hofdünger nicht lediglich als etwas zu betrachten, das ausgebracht werden muss. 

Es geht darum, die darin vorhandenen Nährstoffe (zu kennen, regelmässig Hofdüngeranalysen) möglichst sinnvoll in den betrieblichen Kreislauf zurückzuführen und Verluste möglichst klein zu halten.

Auch Kompostierung und ein sorgfältiges Hofdüngermanagement können hier wichtige Bausteine sein.

Hof-Dünger-Optimieren


Hofdünger-Nährstoff-Analysen

Bodenbearbeitung mit Augenmass

Regenerative Landwirtschaft bedeutet nicht automatisch: Nie mehr pflügen.

Vielmehr sollte jede Bearbeitung einen nachvollziehbaren Zweck erfüllen. Unnötig intensive oder häufige Eingriffe können Bodenstruktur und Bodenleben beeinträchtigen.


Die entscheidende Frage lautet daher:

Welche Bodenbearbeitung braucht dieser Boden unter diesen Bedingungen wirklich


Es gibt nicht die Lösung, es gibt varianten und zahlreiche Lösungen, welche....?


Die Antwort kann je nach Bodenart, Kultur, Witterung und Betrieb unterschiedlich ausfallen.

Und was ist mit der Düngung?

Regenerative Landwirtschaft bedeutet keineswegs, auf Düngung zu verzichten.

Eine Kultur benötigt weiterhin eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen. Der Unterschied liegt vor allem in der Betrachtungsweise.

Nicht nur:

„Was braucht meine Pflanze heute?“

sondern auch:

„Was braucht mein Boden, damit er langfristig eine gesunde und leistungsfähige Kultur tragen kann?“

Deshalb gefällt uns der Grundsatz:

Dünge zuerst den Boden, dann die Kulturen


Es geht um Bodenfruchtbarkeit vor kurzfristigem Denken, ohne dabei die Ernährung der aktuellen Kultur aus den Augen zu verlieren.

Regenerative Landwirtschaft ist kein einzelnes Produkt

Wichtig ist: Es gibt kein einzelnes Mittel, das einen Betrieb regenerativ macht.

Huminstoffe, 

Gesteinsmehle, 

Kompost, Hofdüngeraufbereitung,

Untersaaten

Zwischenfrüchte oder andere Bodenhilfsstoffe können Bausteine eines Konzeptes sein. 

Ihre Wirkung und ihr sinnvoller Einsatz hängen aber immer vom Boden, vom Standort und vom Bewirtschaftungssystem ab.

Regenerative Landwirtschaft entsteht deshalb durch das Zusammenspiel vieler sinnvoller Entscheidungen.


Fazit

Wer langfristig gesunde und leistungsfähige Pflanzenbestände möchte, sollte den Boden nicht erst beachten, wenn Probleme auftreten.


Regenerative Landwirtschaft stellt deshalb eine einfache Frage in den Mittelpunkt:


Wie können wir unseren Boden heute bewirtschaften, damit er auch morgen noch fruchtbar und leistungsfähig ist?


Für mich beginnt die Antwort unter unseren Füssen.

Gesunder Boden. Gesunde Pflanzen. Nachhaltige Erträge.
Dünge zuerst den Boden, dann die Kulturen.

hodu’s farm-service GmbH
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